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Unterglasmarkise mit ZIP-Führung: Vorteile, Nachteile und neue Lösungen

Autorenbild: Thomas Mattausch
Thomas Mattausch
22. Sept. 2024
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Sept.

ZIP-Systeme werden seit vielen Jahren bei Senkrechtmarkisen eingesetzt. Dabei wird der seitlich am Markisentuch befestigte ZIP-Keder in den Führungsschienen gehalten. Das sorgt für einen nahezu geschlossenen seitlichen Abschluss und eine stabile Führung des Stoffes.


Inzwischen kommt diese Technik auch bei horizontalen Unterglasmarkisen und Unterdachmarkisen zum Einsatz. Hier sind die Belastungen jedoch anders als bei einer senkrecht laufenden Markise. Deshalb lohnt es sich, die Vorteile und möglichen Nachteile genauer zu betrachten.


Welche Vorteile bietet eine Unterglasmarkise mit ZIP-Führung?


Bei einer ZIP-geführten Unterglasmarkise werden die seitlichen Stoffkanten innerhalb der Führungsschienen gehalten. Dadurch entsteht ein gleichmäßiges und geschlossenes Erscheinungsbild.


Die wichtigsten Vorteile sind:

  • nahezu geschlossener Übergang zwischen Markisentuch und Führungsschienen

  • kein beziehungsweise nur ein sehr geringer seitlicher Lichtspalt

  • seitliche Führung der Stoffkanten

  • gleichmäßiges Erscheinungsbild der ausgefahrenen Markise

  • zusätzliche Stabilisierung des Markisentuchs


Unter einem Terrassendach ist eine besonders hohe Windstabilität allerdings meist weniger entscheidend als bei einer außen montierten Senkrechtmarkise. Die Markise ist durch die Überdachung bereits besser vor direkten Witterungseinflüssen geschützt.

Auch eine Unterglasmarkise ohne ZIP-Führung kann deshalb einen sehr guten Sonnenschutz und eine zuverlässige Tuchspannung bieten.


Wo liegt das Problem herkömmlicher horizontaler ZIP-Systeme?


Bei horizontal laufenden ZIP-Markisen muss der seitliche ZIP-Keder bei jeder Bewegung durch die Führungsschienen gleiten. Dabei entsteht Reibung zwischen dem Keder und den Kunststoffführungen.


Je nach Konstruktion, Größe und Einstellung der Anlage kann diese Reibung:


  • den Laufwiderstand erhöhen,

  • das Gegenzugsystem stärker belasten,

  • zusätzliche Kräfte auf Zugbänder und Umlenkrollen übertragen,

  • den seitlichen Bereich des Markisentuchs beanspruchen und

  • den Verschleiß einzelner Bauteile beschleunigen.


Besonders bei großen Unterglasmarkisen wirken diese Widerstände über die gesamte Länge der Führungsschienen. Nach unserer Erfahrung können ZIP-geführte Horizontalmarkisen deshalb kürzere Wartungsintervalle erfordern als vergleichbare Unterglasmarkisen ohne ZIP-Führung. Davon können insbesondere die Zugbänder des Gegenzugsystems und das Markisentuch betroffen sein.


Hinzu kommt der höhere Aufwand bei notwendigen Reparaturen. Bei einer ZIP-geführten Unterglasmarkise sind sowohl der Austausch der Zugbänder als auch ein späterer Stoffwechsel technisch aufwendiger. Das Markisentuch muss nicht nur ausgetauscht, sondern anschließend wieder exakt in die seitlichen ZIP-Führungen eingesetzt und auf das Gegenzugsystem abgestimmt werden.


Dadurch können Wartung, Zugbandtausch und Neubespannung deutlich zeitintensiver und kostenintensiver ausfallen als bei einer klassischen Unterglasmarkise ohne ZIP-Führung.


Entscheidend ist, wie das gesamte System konstruiert ist und ob die auftretende Reibung zuverlässig begrenzt wird.




Warum SOLATEX herkömmliche ZIP-Systeme bisher kritisch bewertet hat


SOLATEX hat ZIP-Führungen bei horizontalen Unterglasmarkisen lange bewusst kritisch betrachtet. Der geringe seitliche Lichtspalt einer klassischen Unterglasmarkise beeinträchtigt die Beschattungswirkung in der Praxis nur wenig. Gleichzeitig ließ sich eine gute Tuchspannung bereits mit einem leistungsfähigen Gegenzugsystem erreichen.

Der zusätzliche Aupreis einer ZIP-Führung war aus unserer Sicht deshalb nur dann gerechtfertigt, wenn die seitliche Führung nicht zu einer unverhältnismäßig hohen Belastung von Markisentuch und Gegenzugsystem führt.


Diese technische Einschätzung gilt weiterhin: Eine ZIP-Führung ist nur dann sinnvoll, wenn nicht allein die Optik verbessert, sondern auch das Reibungs- und Belastungsproblem konstruktiv berücksichtigt wird.


SOLIVA ZIP: Unser Lösungsansatz für die horizontale ZIP-Führung


ZIP Unterglasmarkise SOLIVA von SOLATEX

Die beschriebenen Nachteile waren für SOLATEX der Ausgangspunkt für die Entwicklung der SOLIVA ZIP.


Die SOLIVA ZIP ist eine Unterglasmarkise mit seitlicher ZIP-Führung und einem neu entwickelten, reibungsreduzierten Führungssystem. Ziel der Konstruktion war es, die Vorteile einer geschlossenen seitlichen Stoffführung zu nutzen und gleichzeitig die typischen Widerstände horizontaler ZIP-Systeme deutlich zu vermindern.

Das ZIP-System wurde dabei nicht isoliert betrachtet. Führungsschienen, ZIP-Keder, Gegenzug und Zugbänder wurden als zusammenhängendes System aufeinander abgestimmt.


Dadurch soll die Markise:

  • leichter und gleichmäßiger laufen

  • das Gegenzugsystem weniger belasten

  • Zugbänder und Umlenkungen schonen

  • eine gleichmäßige Tuchspannung erreichen

  • den seitlichen Lichtspalt weitgehend schließen


Auf 10.000 Bewegungszyklen geprüft

Das neu entwickelte System wurde auf einer Versuchsanlage mit einer Breite von 6 Metern und einem Ausfall von 4 Metern geprüft.

Dabei absolvierte die Anlage 10.000 vollständige Bewegungszyklen. Die Prüfung dient dazu, die dauerhafte Funktion des Systems unter wiederholter Bewegung zu beurteilen.

Wichtig: Eine solche Prüfung ist kein pauschales Versprechen über eine bestimmte Lebensdauer. Die tatsächliche Haltbarkeit einer Unterglasmarkise hängt unter anderem von Anlagengröße, Nutzungshäufigkeit, Montage, Wartung und äußeren Einflüssen ab. Sie zeigt jedoch, dass die SOLIVA ZIP gezielt für eine hohe Anzahl von Bewegungen konstruiert und geprüft wurde.






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