Unterglasmarkise oder Aufdachmarkise? Temperaturvergleich bei Hitze und Wind

Aktualisiert: 8. Sept.
Wer eine Markise für Terrassenüberdachung sucht und das Terrassendach damit beschatten möchte, steht häufig vor derselben Frage: Soll die Markise unter der Verglasung oder oberhalb des Terrassendachs montiert werden?
Rein thermisch besitzt die außenliegende Aufdach-Wintergartenmarkise einen klaren Vorteil. Sie hält einen größeren Teil der Sonneneinstrahlung bereits von der Verglasung fern. Eine Unterglasmarkise – häufig auch Unterdachmarkise genannt – liegt dagegen geschützt unter dem Glas.
Doch für die praktische Nutzung ist nicht nur entscheidend, wie stark eine Markise bei vollständig ausgefahrenem Zustand kühlt. Ebenso wichtig ist, ob die Beschattung bei wechselnden Wetterbedingungen tatsächlich ausgefahren bleiben kann.
Deshalb haben wir für den Zeitraum 01. bis 31. Juli 2026 eine Messreieh mit Temperaturvergleich für den Raum 89150 Laichingen erstellt. Neben dem thermischen Unterschied zwischen beiden Systemen betrachten wir dabei auch regionale Winddaten.
Das Ergebnis auf einen Blick
Über insgesamt 62 Vergleichspunkte – täglich um 12:00 und 17:00 Uhr – ergibt unser Temperaturmodell bei ausgefahrener Beschattung:
Kennzahl | Ergebnis |
Zeitraum | 01.–31.07.2026 |
geplante Vergleichszeitpunkte | 62 |
reguläre thermische Vergleichspunkte | 48 |
Messpunkte unter 22 °C ohne Markisenbetrieb | 10 |
wetterbedingt eingefahrene Aufdachmarkise | 3 |
keine Messung wegen Starkregen/Gewitter | 1 |
Ø Außentemperatur bei regulärem Vergleich | 26,66 °C |
Ø Unterglasmarkise | 23,37 °C |
Ø Aufdachmarkise | 21,60 °C |
Ø thermischer Vorteil Aufdachmarkise | 1,77 °C |
Bei regulärem, vollständig ausgefahrenem Betrieb liegt die Aufdachmarkise in unserem Modell durchschnittlich 1,77 °C unter der Temperatur der Unterglasmarkise.
Wichtig dabei: Dieser Unterschied ist nicht konstant.
Bei mäßigen Temperaturen liegen beide Systeme vergleichsweise dicht zusammen. Je höher die Außentemperatur und Sonneneinstrahlung werden, desto größer wird der thermische Vorteil der außenliegenden Beschattung.
Versuchsaufbau: zwei vergleichbare Terrassenüberdachungen
Für den Vergleich werden zwei nahezu identische Terrassenüberdachungen betrachtet.
Beide Anlagen besitzen:
gleiche Abmessungen
gleiche Dachneigung
gleiche Ausrichtung
gleiche Verglasung
offene Vorder- und Seitenbereiche
lediglich eine Rückwand
identische Messpositionen
denselben hellgrauen Markisenstoff Sattler 314 028
Der wesentliche Unterschied ist ausschließlich die Position der Beschattung.

Unterglasmarkise
Bei der ersten Terrassenüberdachung ist die Markise vollständig unterhalb der Verglasung montiert.
Das Markisentuch verläuft ausgefahren parallel zur Glasfläche. Kassette, Führung und Tuch befinden sich geschützt unter dem Dach.
Aufdachmarkise - Wintergartenmarkise
Bei der zweiten, exakt gleich großen Terrassenüberdachung befindet sich die Markise oberhalb der Verglasung.
Die beiden Führungsschienen sind auf Montagefüßen mit ungefähr 100 mm Abstand zur Verglasung befestigt und außen bündig zur Terrassenüberdachung angeordnet.
Warum steigt der Vorteil der Aufdachmarkise mit der Temperatur?
Eine wichtige Erkenntnis unseres überarbeiteten Modells ist:
Der Temperaturunterschied zwischen Unterglas- und Aufdachmarkise darf nicht als konstant angenommen werden.
Bei einer Außentemperatur knapp über 22 °C ist der Unterschied relativ gering. Bei über 30 °C und intensiver Sonneneinstrahlung kann die Wirkung der außenliegenden Beschattung dagegen wesentlich stärker ins Gewicht fallen.
Für die Unterglasmarkise wurde folgende grundsätzliche Temperaturreduktion angesetzt:
Außentemperatur | Unterglasmarkise |
unter 22 °C | Markise nicht ausgefahren |
22–26 °C | ca. 2 °C unter außen |
über 26–30 °C | ca. 4 °C unter außen |
über 30 °C | ca. 6 °C unter außen |
Bei der Aufdachmarkise steigt der zusätzliche Vorteil progressiv mit der Außentemperatur.
Beispielhaft:
Außentemperatur | zusätzlicher Vorteil Aufdach gegenüber Unterglas |
ca. 22 °C | ca. 0,5 °C |
ca. 24 °C | ca. 1,0 °C |
ca. 26 °C | ca. 1,5 °C |
ca. 28 °C | ca. 2,1 °C |
ca. 30 °C | ca. 2,8 °C |
ca. 32 °C | ca. 3,6 °C |
ca. 33 °C | ca. 4,0 °C |
ca. 35 °C | bis etwa 4,9 °C |
Warum ist die Aufdachmarkise thermisch wirksamer?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Lage des Markisentuchs.
Bei einer Aufdachmarkise trifft ein großer Teil der direkten Sonnenstrahlung zuerst auf das Markisentuch. Die Strahlungsenergie wird bereits oberhalb des Terrassendachs reduziert, bevor sie die Verglasung erreicht.
Bei einer Unterglasmarkise hat die Sonnenstrahlung die Verglasung dagegen bereits passiert. Das Markisentuch reduziert anschließend die direkte Strahlung auf den Aufenthaltsbereich, die Glasscheiben selbst können sich jedoch stärker erwärmen.
Deshalb nimmt der Vorteil der Aufdachbeschattung gerade bei hoher Sonneneinstrahlung und hohen Außentemperaturen zu.
Der entscheidende Praxisfaktor: Wind
Der bessere thermische Wirkungsgrad ist aber nur dann nutzbar, wenn die Aufdachmarkise tatsächlich ausgefahren bleiben kann.
Eine Aufdach-Wintergartenmarkise befindet sich vollständig im Außenbereich und ist Wind unmittelbar ausgesetzt.
Die DWD-Daten der regionalen Referenzstation Ulm zeigen für den betrachteten Zeitraum mehrere stärkere Windereignisse. Am 11. Juli wurden beispielsweise Böen bis 64 km/h erfasst. Am 16. Juli waren es bis zu 76 km/h; gleichzeitig wurden für Ulm 15,8 l/m² Niederschlag registriert.
Welche Windbelastung für eine konkrete Aufdachmarkise zulässig ist, hängt allerdings immer von Markisentyp, Größe, Konstruktion, Montage und Herstellerfreigabe ab.
Es gibt deshalb keine pauschale Windgeschwindigkeit, die für jede Aufdachmarkise gleichermaßen gilt.
Was passiert nach dem Einfahren der Aufdachmarkise?
Dieser Punkt ist für unseren Vergleich besonders wichtig.
Wird die Aufdachmarkise bei stärkerem Wind oder Regen eingefahren, trifft die Sonnenstrahlung wieder direkt auf die Verglasung.
Das Glas kann sich erwärmen und Wärme an den darunterliegenden Bereich abgeben.
Deshalb wurde in der neuen Messreihe nicht mehr einfach der theoretische Aufdachwert weitergeführt.
An einzelnen wetterbedingten Einfahrzeiten steigt die modellierte Temperatur der Aufdachseite deutlich an und kann zeitweise sogar über der Außentemperatur liegen.
Beispiel:
30. Juli 2026
Für Ulm wurde an diesem Tag mit 35,8 °C der bisherige Jahreshöchstwert 2026 dokumentiert.
Unser Vergleich um 17:00 Uhr:
Wert | Temperatur |
Außenreferenz | 35,0 °C |
Unterglasmarkise | 29,0 °C |
Aufdachmarkise bei normalem Betrieb | theoretisch deutlich niedriger |
Aufdachmarkise nach windbedingtem Einfahren | 36,5 °C |
Das bedeutet nicht, dass eine Aufdachmarkise grundsätzlich zu einer höheren Temperatur führt.
Es zeigt vielmehr den Effekt der fehlenden Beschattung während einer Einfahrphase.
Die Unterglasmarkise bleibt aufgrund ihrer geschützten Position unter dem Glas wesentlich weniger direkt von Wind beeinflusst.
Auch Regen und Gewitter wurden berücksichtigt
Neben Wind beeinflusst auch Niederschlag den praktischen Betrieb.
Für den Vergleich gelten deshalb folgende Regeln:
Wetterbedingung | Unterglasmarkise | Aufdachmarkise |
trocken | ausgefahren | ausgefahren |
leichter Regen | weiterhin geschützt | eingefahren |
Starkregen | keine Vergleichsmessung | keine Vergleichsmessung |
Gewitter | keine Vergleichsmessung | keine Vergleichsmessung |
stärkere Windbelastung | geschützt unter dem Glas | abhängig von zulässiger Windbelastung |
Am 15.07. um 17:00 Uhr wurde leichter Regen berücksichtigt. Die Aufdachmarkise ist zu diesem Zeitpunkt im Praxisvergleich eingefahren.
Am 16.07. um 17:00 Uhr wurde aufgrund von Starkregen/Gewitter keine Messung angesetzt.
Damit umfasst die Reihe weiterhin 62 geplante Messzeitpunkte, aber nicht alle Termine sind reguläre direkte Vergleichsmessungen.
Thermischer Vorteil und praktische Nutzbarkeit getrennt betrachten
Genau diese Trennung ist für einen fairen Vergleich wichtig.
Thermischer Vergleich
Bei regulärem Betrieb und vollständig ausgefahrenen Markisen ergibt sich über die 48 vergleichbaren Messpunkte:
Ø Vorteil Aufdachmarkise: 1,77 °C
Praxisbetrieb
Werden zusätzlich die aktiven Messzeitpunkte berücksichtigt, an denen die Aufdachmarkise wegen Wind oder Regen eingefahren werden musste, reduziert sich der modellierte Vorteil.
Über die aktiven und auswertbaren Zeitpunkte inklusive der wetterbedingten Einfahrphasen beträgt er in unserem Modell nur noch rund:
1,36 °C zugunsten der Aufdachmarkise.
Damit wird der Unterschied zwischen maximaler thermischer Wirkung und tatsächlicher Verfügbarkeit im Alltag sichtbar.
Messdiagramm Juli 2026
Das neue Diagramm zeigt:
Außentemperatur
Temperatur unter der Unterglasmarkise
Praxisverlauf der Aufdachmarkise
Windereignisse
Regenereignis
Messausfall wegen Starkregen/Gewitter
Je höher die Außentemperatur, desto größer wird der thermische Vorteil der Aufdachmarkise. Muss sie bei Wind oder Regen eingefahren werden, kann dieser Vorteil jedoch innerhalb kurzer Zeit verloren gehen.
Vollständiges Messprotokoll Juli 2026
Datum | Uhrzeit | Außen | Unterglas | Aufdach Praxis | Status |
01.07. | 12:00 | 18,7 | 18,7 | 18,7 | Markisen nicht ausgefahren |
01.07. | 17:00 | 19,1 | 19,1 | 19,1 | Markisen nicht ausgefahren |
02.07. | 12:00 | 25,7 | 23,7 | 22,3 | regulärer Vergleich |
02.07. | 17:00 | 27,3 | 23,3 | 21,4 | regulärer Vergleich |
03.07. | 12:00 | 23,0 | 21,0 | 20,3 | regulärer Vergleich |
03.07. | 17:00 | 24,1 | 22,1 | 21,1 | regulärer Vergleich |
04.07. | 12:00 | 24,8 | 22,8 | 21,6 | regulärer Vergleich |
04.07. | 17:00 | 26,4 | 22,4 | 20,8 | regulärer Vergleich |
05.07. | 12:00 | 23,9 | 21,9 | 20,9 | regulärer Vergleich |
05.07. | 17:00 | 25,3 | 23,3 | 22,0 | regulärer Vergleich |
06.07. | 12:00 | 25,1 | 23,1 | 21,9 | regulärer Vergleich |
06.07. | 17:00 | 26,5 | 22,5 | 20,9 | regulärer Vergleich |
07.07. | 12:00 | 28,3 | 24,3 | 22,1 | regulärer Vergleich |
07.07. | 17:00 | 29,6 | 25,6 | 22,9 | regulärer Vergleich |
08.07. | 12:00 | 24,0 | 22,0 | 21,0 | regulärer Vergleich |
08.07. | 17:00 | 24,9 | 22,9 | 21,7 | regulärer Vergleich |
09.07. | 12:00 | 25,2 | 23,2 | 21,9 | regulärer Vergleich |
09.07. | 17:00 | 26,7 | 22,7 | 21,0 | regulärer Vergleich |
10.07. | 12:00 | 27,4 | 23,4 | 21,5 | regulärer Vergleich |
10.07. | 17:00 | 29,1 | 25,1 | 22,6 | regulärer Vergleich |
11.07. | 12:00 | 28,6 | 24,6 | 22,3 | regulärer Vergleich |
11.07. | 17:00 | 30,2 | 24,2 | 29,8 | Wind – zeitweise eingefahren |
12.07. | 12:00 | 26,7 | 22,7 | 21,0 | regulärer Vergleich |
12.07. | 17:00 | 28,0 | 24,0 | 21,9 | regulärer Vergleich |
13.07. | 12:00 | 28,1 | 24,1 | 22,0 | regulärer Vergleich |
13.07. | 17:00 | 29,7 | 25,7 | 23,0 | regulärer Vergleich |
14.07. | 12:00 | 28,0 | 24,0 | 21,9 | regulärer Vergleich |
14.07. | 17:00 | 29,8 | 25,8 | 23,1 | regulärer Vergleich |
15.07. | 12:00 | 24,3 | 22,3 | 21,2 | regulärer Vergleich |
15.07. | 17:00 | 25,7 | 23,7 | 26,2 | leichter Regen – Aufdach eingefahren |
16.07. | 12:00 | 27,0 | 23,0 | 21,2 | regulärer Vergleich |
16.07. | 17:00 | 29,0 | – | – | Starkregen/Gewitter – keine Messung |
17.07. | 12:00 | 24,6 | 22,6 | 21,5 | regulärer Vergleich |
17.07. | 17:00 | 26,0 | 24,0 | 22,5 | regulärer Vergleich |
18.07. | 12:00 | 23,1 | 21,1 | 20,4 | regulärer Vergleich |
18.07. | 17:00 | 24,3 | 22,3 | 21,2 | regulärer Vergleich |
19.07. | 12:00 | 19,7 | 19,7 | 19,7 | Markisen nicht ausgefahren |
19.07. | 17:00 | 20,8 | 20,8 | 20,8 | Markisen nicht ausgefahren |
20.07. | 12:00 | 19,8 | 19,8 | 19,8 | Markisen nicht ausgefahren |
20.07. | 17:00 | 21,2 | 21,2 | 21,2 | Markisen nicht ausgefahren |
21.07. | 12:00 | 20,1 | 20,1 | 20,1 | Markisen nicht ausgefahren |
21.07. | 17:00 | 21,4 | 21,4 | 21,4 | Markisen nicht ausgefahren |
22.07. | 12:00 | 22,1 | 20,1 | 19,6 | regulärer Vergleich |
22.07. | 17:00 | 23,6 | 21,6 | 20,7 | regulärer Vergleich |
23.07. | 12:00 | 19,8 | 19,8 | 19,8 | Markisen nicht ausgefahren |
23.07. | 17:00 | 21,0 | 21,0 | 21,0 | Markisen nicht ausgefahren |
24.07. | 12:00 | 22,8 | 20,8 | 20,1 | regulärer Vergleich |
24.07. | 17:00 | 24,5 | 22,5 | 21,4 | regulärer Vergleich |
25.07. | 12:00 | 28,3 | 24,3 | 22,1 | regulärer Vergleich |
25.07. | 17:00 | 30,4 | 24,4 | 21,5 | regulärer Vergleich |
26.07. | 12:00 | 25,8 | 23,8 | 22,4 | regulärer Vergleich |
26.07. | 17:00 | 26,9 | 22,9 | 21,1 | regulärer Vergleich |
27.07. | 12:00 | 22,6 | 20,6 | 20,0 | regulärer Vergleich |
27.07. | 17:00 | 23,7 | 21,7 | 20,8 | regulärer Vergleich |
28.07. | 12:00 | 25,3 | 23,3 | 22,0 | regulärer Vergleich |
28.07. | 17:00 | 26,9 | 22,9 | 21,1 | regulärer Vergleich |
29.07. | 12:00 | 30,9 | 24,9 | 21,8 | regulärer Vergleich |
29.07. | 17:00 | 33,0 | 27,0 | 23,0 | regulärer Vergleich |
30.07. | 12:00 | 32,8 | 26,8 | 22,9 | regulärer Vergleich |
30.07. | 17:00 | 35,0 | 29,0 | 36,5 | Wind – Aufdach eingefahren |
31.07. | 12:00 | 31,4 | 25,4 | 22,1 | regulärer Vergleich |
31.07. | 17:00 | 33,4 | 27,4 | 23,3 | regulärer Vergleich |
Alle Temperaturangaben in °C.
Was bedeutet das für die Kaufentscheidung?
Der Vergleich zeigt, warum eine einfache Aussage wie „Aufdach ist besser als Unterglas“ zu kurz greift.
Aufdachmarkise
Die Aufdach-Wintergartenmarkise besitzt die höhere maximale thermische Leistung.
Je heißer und sonniger es wird, desto stärker macht sich ihr konstruktiver Vorteil bemerkbar.
Unterglasmarkise
Die Unterglasmarkise besitzt dagegen einen praktischen Vorteil durch ihre geschützte Montage.
Tuch, Führung und Technik befinden sich unter der Verglasung und sind deutlich weniger unmittelbar Wind und Niederschlag ausgesetzt.
Damit lautet die entscheidende Frage nicht nur:
Welche Markise erzielt den besten Hitzeschutz?
Sondern auch:
Wie zuverlässig kann die Beschattung unter den Wetterbedingungen am jeweiligen Standort genutzt werden?
Auch die Stofffarbe beeinflusst den Hitzeschutz
Neben der Einbauposition spielt die Auswahl des Markisentuchs eine wichtige Rolle.
Unterglasmarkise: dunklere Stoffe können vorteilhaft sein
Bei einer Unterglasmarkise hat die Sonnenstrahlung die Verglasung bereits passiert.
Ein dunkles und dichtes Markisentuch kann einen größeren Anteil der verbleibenden Strahlung absorbieren beziehungsweise den darunterliegenden Bereich stärker abschirmen.
Nach unseren Erfahrungs- und Modellwerten kann ein entsprechend ausgewähltes dunkleres Stoffdesign gegenüber einem sehr hellen Tuch unter vergleichbaren Bedingungen eine zusätzliche Temperaturreduzierung von etwa 2 bis 3 °C ermöglichen.
Dieser Wert ist keine allgemeingültige Leistungszusage.
Aufdachmarkise: helle, reflektierende Oberflächen sind interessant
Bei einer Aufdach-Wintergartenmarkise liegt das Tuch vor der Verglasung.
Hier ist insbesondere eine hohe solare Reflexion interessant. Helle beziehungsweise stark reflektierende Stoffoberflächen können einen größeren Anteil der auftreffenden Sonnenenergie zurückwerfen.
Die sichtbare Farbe allein ist jedoch nicht entscheidend. Ebenso wichtig sind Gewebedichte, Transmission, Absorption und Reflexionsvermögen des konkreten Markisentuchs.
Für den Vergleich wurde bei beiden Anlagen bewusst derselbe hellgraue Sattler-Stoff 314 028 angesetzt, damit die Einbauposition als wesentlicher Unterschied erhalten bleibt. Sattler beschreibt seine Markisenstoffe als Sonnenschutzgewebe aus spinndüsengefärbtem Markenacryl; die konkrete Wirkung hängt jedoch immer vom jeweiligen Dessin und dessen technischen Eigenschaften ab.
Fazit: Aufdach thermisch stärker – Unterglas im Alltag wettergeschützter
Unser Vergleich zeigt zwei unterschiedliche Vorteile.
Bei regulärem Betrieb erzielt die Aufdach-Wintergartenmarkise den besseren thermischen Sonnenschutz.
Über die 48 regulären Vergleichspunkte ergibt sich in unserem progressiven Modell ein durchschnittlicher Vorteil von:
1,77 °C zugunsten der Aufdachmarkise
Dabei nimmt der Unterschied mit steigender Außentemperatur deutlich zu.
Gleichzeitig zeigen Wind, Regen und Gewitter aber, dass die maximale Kühlleistung nicht das einzige Entscheidungskriterium sein sollte.
Muss die Aufdachmarkise eingefahren werden, kann die Temperatur unter dem unbeschatteten Glas schnell steigen. In unserem Praxisverlauf liegen einzelne Aufdachwerte deshalb sogar über der Außentemperatur.
Die Unterglasmarkise bietet zwar eine geringere maximale thermische Wirkung, befindet sich dafür aber geschützt unter der Verglasung.
Für viele Terrassenüberdachungen kann genau diese Kombination aus gutem Hitzeschutz, geschützter Technik und höherer Wetterunabhängigkeit entscheidend sein.
Hinweis / Disclaimer zur Messreihe
Die in diesem Beitrag dargestellten Temperaturwerte und Vergleichsergebnisse dienen der Veranschaulichung der unterschiedlichen Wirkungsweise von Unterglasmarkisen und Aufdach-Wintergartenmarkisen.
Die Werte stellen keine wissenschaftlich kontrollierte Vor-Ort-Messung und keine verbindliche Leistungsangabe für ein bestimmtes Markisenprodukt dar.
Die tatsächlich erreichbare Temperaturreduzierung kann in der Praxis deutlich abweichen. Einfluss haben unter anderem:
Standort und Höhenlage
Ausrichtung der Terrassenüberdachung
Sonneneinstrahlung und Sonnenstand
Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit
Windgeschwindigkeit und Windrichtung
Luftzirkulation unter der Überdachung
Größe und Bauart der Terrassenüberdachung
Art und Stärke der Verglasung
Farbe, Gewebedichte und technische Eigenschaften des Markisentuchs
Abstand zwischen Markise und Verglasung
Verschattung durch Gebäude, Bäume oder andere Umgebungsfaktoren
Dauer und Zeitpunkt der Nutzung der Markise
Messposition und verwendete Messtechnik
Die genannten Temperaturdifferenzen und Wirkungsgrade sind daher als Orientierungs- und Vergleichswerte zu verstehen. Aus ihnen kann keine Garantie für eine bestimmte Temperaturreduzierung oder einen konkreten Wirkungsgrad an einem individuellen Standort abgeleitet werden.
Für die zulässige Nutzung einer Markise bei Wind sind ausschließlich die technischen Vorgaben, Windwiderstandsklassen und Herstellerangaben des jeweiligen Markisensystems maßgeblich.




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