Unterglasmarkise oder Aufdachmarkise? Temperaturvergleich bei Hitze und Wind
- Thomas Mattausch

- 19. Aug.
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Wer eine Markise für Terrassenüberdachung sucht und das Terrassendach damit beschatten möchte, steht häufig vor derselben Frage: Soll die Markise unter der Verglasung oder oberhalb des Terrassendachs montiert werden?
Rein thermisch besitzt die außenliegende Aufdach-Wintergartenmarkise einen klaren Vorteil. Sie hält einen größeren Teil der Sonneneinstrahlung bereits von der Verglasung fern. Eine Unterglasmarkise – häufig auch Unterdachmarkise genannt – liegt dagegen geschützt unter dem Glas.
Doch für die praktische Nutzung ist nicht nur entscheidend, wie stark eine Markise bei vollständig ausgefahrenem Zustand kühlt. Ebenso wichtig ist, ob die Beschattung bei wechselnden Wetterbedingungen tatsächlich ausgefahren bleiben kann.
Deshalb haben wir für den Zeitraum 01. bis 31. Juli 2026 eine Messreieh mit Temperaturvergleich für den Raum 89150 Laichingen erstellt. Neben dem thermischen Unterschied zwischen beiden Systemen betrachten wir dabei auch regionale Winddaten.
Das Ergebnis auf einen Blick
Über insgesamt 62 Vergleichspunkte – täglich um 12:00 und 17:00 Uhr – ergibt unser Temperaturmodell bei ausgefahrener Beschattung:
Kennzahl | Ergebnis |
Vergleichszeitraum | 01.–31.07.2026 |
Mess-/Vergleichspunkte | 62 |
Ø Außenreferenz | 25,83 °C |
Ø Unterglasmarkise | 22,67 °C |
Ø Aufdach-Wintergartenmarkise | 20,89 °C |
Ø thermischer Vorteil Aufdachmarkise | 1,77 °C |
Die Aufdach-Wintergartenmarkise liegt in unserem Modell bei ausgefahrener Beschattung durchschnittlich 1,77 °C unter der Temperatur der Unterglasmarkise.
Dieser Wert beschreibt bewusst den thermischen Wirkungsunterschied. Windbedingte Einfahrzeiten werden anschließend als zusätzlicher Praxisfaktor betrachtet.
So sieht der Versuchsaufbau aus
Für einen möglichst direkten Vergleich werden zwei nahezu identische Terrassenüberdachungen angenommen.
Beide Anlagen besitzen dieselben Abmessungen, dieselbe Dachneigung, dieselbe Ausrichtung und dieselbe Verglasung. Die Terrassen sind vorne und seitlich vollständig offen und besitzen lediglich auf der Rückseite eine Wand.
Bei beiden Anlagen wird derselbe hellgraue Markisenstoff Sattler 314 028 verwendet.
Der wesentliche Unterschied liegt ausschließlich in der Position der Markise.

Unterglasmarkise
Bei der ersten Terrassenüberdachung ist die Markise vollständig unterhalb der Verglasung montiert.
Das Markisentuch verläuft ausgefahren parallel zur Glasfläche. Kassette, Führung und Tuch befinden sich geschützt unter dem Dach.
Aufdachmarkise - Wintergartenmarkise
Bei der zweiten, exakt gleich großen Terrassenüberdachung befindet sich die Markise oberhalb der Verglasung.
Die beiden Führungsschienen sind auf Montagefüßen mit ungefähr 100 mm Abstand zur Verglasung befestigt und außen bündig zur Terrassenüberdachung angeordnet.
Warum ist eine Aufdachmarkise thermisch wirksamer?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Position des Markisentuchs.
Bei der Aufdach-Wintergartenmarkise trifft ein großer Teil der direkten Sonnenstrahlung zunächst auf das Markisentuch. Die Strahlungsenergie wird dadurch reduziert, bevor sie überhaupt auf die Verglasung treffen kann.
Bei einer Unterglasmarkise hat die Sonnenstrahlung dagegen zunächst die Verglasung passiert. Die Markise verhindert anschließend weiterhin einen erheblichen Teil der direkten Einstrahlung auf den darunterliegenden Aufenthaltsbereich, die Glasfläche selbst kann sich jedoch stärker erwärmen.
Deshalb zeigt die Aufdachlösung bei vollständig ausgefahrener Beschattung im Temperaturmodell die höhere thermische Wirkung.
Der entscheidende Praxisfaktor: Wind
Der reine Temperaturvergleich ist jedoch nur ein Teil der Betrachtung.
Eine Aufdach-Wintergartenmarkise befindet sich vollständig außerhalb der Verglasung und ist damit Wind und Wetter unmittelbar ausgesetzt.
Wird die für das konkrete Markisensystem zulässige Windbelastung überschritten, muss die Markise eingefahren werden. Die zulässige Belastung hängt unter anderem vom jeweiligen Markisentyp, den Abmessungen, der Konstruktion, der Montage und den Herstellerangaben ab.
Eine pauschale Windgeschwindigkeit, die für jede Aufdachmarkise gilt, gibt es deshalb nicht.
Die regionale Wetterstatistik zeigt jedoch, dass es während unseres Vergleichszeitraums mehrere deutlich windige Tage gab.
Wir haben folgende Messwerte ermittelt auch hinsichtlich der Windgeschwindigkeitn. Am 11. Juli maximale Böen von 64 km/h, am 16. Juli 76 km/h und am 30. Juli 58 km/h registriert. Am 30. Juli wurde dort gleichzeitig eine Tageshöchsttemperatur von 35,8 °C gemessen.
Damit wird ein Punkt sichtbar, der bei einem reinen Labor- oder Temperaturvergleich leicht übersehen wird:
Die thermisch leistungsfähigere Markise kann nur dann beschatten, wenn sie tatsächlich ausgefahren ist.
Was passiert, wenn die Aufdachmarkise bei Wind eingefahren wird?
An einem heißen, windstillen Sommertag besitzt die Aufdachmarkise den klaren thermischen Vorteil.
Bei mehr als 30 °C sieht unser Modell beispielsweise folgende Temperaturreduktion vor:
Unterglasmarkise: 6 °C unter der Außenreferenz
Aufdach-Wintergartenmarkise: 8 °C unter der Außenreferenz
Der Unterschied beträgt also 2 °C.
Muss die Aufdachmarkise wegen einer starken Windbelastung jedoch zeitweise eingefahren werden, steht dieser Vorteil während der Einfahrzeit nicht zur Verfügung.
Die Sonneneinstrahlung trifft dann wieder unmittelbar auf die Verglasung.
Die Unterglasmarkise liegt dagegen unterhalb des Terrassendachs und ist dadurch wesentlich weniger direkt der Windbelastung ausgesetzt.
Damit besitzt sie zwar den geringeren theoretischen Hitzeschutz, kann unter bestimmten Wetterbedingungen aber einen praktischen Vorteil durch ihre geschützte Einbaulage bieten.
Wichtig: Was bedeuten die 1,77 °C?
Der durchschnittliche Unterschied von 1,77 °C zugunsten der Aufdach-Wintergartenmarkise bleibt in unserer Auswertung bewusst bestehen.
Denn dieser Wert beantwortet eine konkrete Frage:
Wie groß ist der thermische Unterschied zwischen beiden Systemen, wenn die jeweilige Beschattung ausgefahren ist?
Die Winddaten beantworten dagegen eine zweite Frage:
Wie zuverlässig steht diese Beschattung unter realen Wetterbedingungen tatsächlich zur Verfügung?
Beide Faktoren sollten voneinander getrennt betrachtet werden.
Bewertung | Vorteil |
maximale thermische Wirkung | Aufdach-Wintergartenmarkise |
Schutz der Markise vor direkter Witterung | Unterglasmarkise |
direkte Windexposition | Unterglasmarkise geringer |
thermischer Modellvorteil Aufdach | Ø 1,77 °C |
Nutzbarkeit bei starkem Wind | abhängig vom jeweiligen System |
Gerade diese Unterscheidung macht den Vergleich für die Kaufentscheidung interessant.
Temperaturdiagramm Juli 2026
Das folgende Diagramm zeigt sämtliche 62 Vergleichspunkte.
Dargestellt werden die Außenreferenztemperatur sowie die daraus modellierten Temperaturen bei Unterglasmarkise und Aufdachmarkise.
Die besonders windigen Tage am 11., 16. und 30. Juli sind zusätzlich gekennzeichnet.

Die Temperaturkurven zeigen gut, wie sich der Abstand zwischen Außenreferenz und Beschattung mit zunehmender Temperatur vergrößert.
Gleichzeitig machen die Windmarkierungen deutlich, dass gerade während sommerlicher Wetterlagen nicht ausschließlich die maximale Kühlleistung betrachtet werden sollte.
Beispiel: 30. Juli 2026
Der 30. Juli 2026 eignet sich besonders gut, um beide Aspekte miteinander zu verbinden.
An der regionalen Referenzstation Ulm wurde an diesem Tag eine Höchsttemperatur von 35,8 °C und eine maximale Windböe von 58 km/h registriert.
Für unsere Außenreferenz ergeben sich für diesen Tag:
Uhrzeit | Außenreferenz | Unterglasmarkise | Aufdachmarkise |
12:00 Uhr | 32,8 °C | 26,8 °C | 24,8 °C |
17:00 Uhr | 35,0 °C | 29,0 °C | 27,0 °C |
Bei vollständig ausgefahrener Beschattung beträgt der thermische Vorteil der Aufdachmarkise damit 2 °C.
Gleichzeitig zeigen die dokumentierten Böen von bis zu 58 km/h, warum an einem solchen Tag zusätzlich die zulässige Windbelastung und Starkregen bei einer außenliegenden Markise berücksichtigt werden muss.
Vollständige Vergleichswerte Juli 2026
Datum | Uhrzeit | Außen | Unterglas | Aufdach | Wettersituation | Betriebs-/Messstatus |
01.07. | 12:00 | 18,7 °C | 16,7 °C | 15,7 °C | trocken | regulärer Vergleich |
01.07. | 17:00 | 19,1 °C | 17,1 °C | 16,1 °C | trocken | regulärer Vergleich |
02.07. | 12:00 | 25,7 °C | 23,7 °C | 21,7 °C | trocken | regulärer Vergleich |
02.07. | 17:00 | 27,3 °C | 23,3 °C | 21,3 °C | trocken | regulärer Vergleich |
03.07. | 12:00 | 23,0 °C | 21,0 °C | 20,0 °C | trocken | regulärer Vergleich |
03.07. | 17:00 | 24,1 °C | 22,1 °C | 20,1 °C | trocken | regulärer Vergleich |
04.07. | 12:00 | 24,8 °C | 22,8 °C | 20,8 °C | trocken | regulärer Vergleich |
04.07. | 17:00 | 26,4 °C | 22,4 °C | 20,4 °C | trocken | regulärer Vergleich |
05.07. | 12:00 | 23,9 °C | 21,9 °C | 19,9 °C | wechselhaft | regulärer Vergleich |
05.07. | 17:00 | 25,3 °C | 23,3 °C | 21,3 °C | wechselhaft | regulärer Vergleich |
06.07. | 12:00 | 25,1 °C | 23,1 °C | 21,1 °C | trocken | regulärer Vergleich |
06.07. | 17:00 | 26,5 °C | 22,5 °C | 20,5 °C | trocken | regulärer Vergleich |
07.07. | 12:00 | 28,3 °C | 24,3 °C | 22,3 °C | windig | Wind als Praxisfaktor beachten |
07.07. | 17:00 | 29,6 °C | 25,6 °C | 23,6 °C | windig | Wind als Praxisfaktor beachten |
08.07. | 12:00 | 24,0 °C | 22,0 °C | 20,0 °C | trocken | regulärer Vergleich |
08.07. | 17:00 | 24,9 °C | 22,9 °C | 20,9 °C | trocken | regulärer Vergleich |
09.07. | 12:00 | 25,2 °C | 23,2 °C | 21,2 °C | trocken | regulärer Vergleich |
09.07. | 17:00 | 26,7 °C | 22,7 °C | 20,7 °C | trocken | regulärer Vergleich |
10.07. | 12:00 | 27,4 °C | 23,4 °C | 21,4 °C | trocken | regulärer Vergleich |
10.07. | 17:00 | 29,1 °C | 25,1 °C | 23,1 °C | trocken | regulärer Vergleich |
11.07. | 12:00 | 28,6 °C | 24,6 °C | 22,6 °C | stärkere Böen | Aufdach ggf. zeitweise eingefahren |
11.07. | 17:00 | 30,2 °C | 24,2 °C | 22,2 °C | Böen bis ca. 64 km/h | Aufdach ggf. zeitweise eingefahren |
12.07. | 12:00 | 26,7 °C | 22,7 °C | 20,7 °C | trocken | regulärer Vergleich |
12.07. | 17:00 | 28,0 °C | 24,0 °C | 22,0 °C | trocken | regulärer Vergleich |
13.07. | 12:00 | 28,1 °C | 24,1 °C | 22,1 °C | trocken | regulärer Vergleich |
13.07. | 17:00 | 29,7 °C | 25,7 °C | 23,7 °C | trocken | regulärer Vergleich |
14.07. | 12:00 | 28,0 °C | 24,0 °C | 22,0 °C | trocken | regulärer Vergleich |
14.07. | 17:00 | 29,8 °C | 25,8 °C | 23,8 °C | trocken | regulärer Vergleich |
15.07. | 12:00 | 24,3 °C | 22,3 °C | 20,3 °C | trocken | regulärer Vergleich |
15.07. | 17:00 | 25,7 °C | 23,7 °C | – | leichter Regen | Aufdach eingefahren; kein direkter Vergleich |
16.07. | 12:00 | 27,0 °C | 23,0 °C | 21,0 °C | trocken | regulärer Vergleich |
16.07. | 17:00 | 29,0 °C Referenz | – | – | Starkregen / Gewitter, Superzellenlage | keine Messung |
17.07. | 12:00 | 24,6 °C | 22,6 °C | 20,6 °C | trocken | regulärer Vergleich |
17.07. | 17:00 | 26,0 °C | 24,0 °C | 22,0 °C | trocken | regulärer Vergleich; Regenschauer erst danach |
18.07. | 12:00 | 23,1 °C | 21,1 °C | 19,1 °C | wechselhaft | regulärer Vergleich |
18.07. | 17:00 | 24,3 °C | 22,3 °C | 20,3 °C | wechselhaft | regulärer Vergleich |
19.07. | 12:00 | 19,7 °C | 17,7 °C | 16,7 °C | wechselhaft | Referenzmodell |
19.07. | 17:00 | 20,8 °C | 18,8 °C | 17,8 °C | wechselhaft | Referenzmodell |
20.07. | 12:00 | 19,8 °C | 17,8 °C | 16,8 °C | trocken | Referenzmodell |
20.07. | 17:00 | 21,2 °C | 19,2 °C | 18,2 °C | trocken | Referenzmodell |
21.07. | 12:00 | 20,1 °C | 18,1 °C | 17,1 °C | trocken | Referenzmodell |
21.07. | 17:00 | 21,4 °C | 19,4 °C | 18,4 °C | trocken | Referenzmodell |
22.07. | 12:00 | 22,1 °C | 20,1 °C | 19,1 °C | trocken | regulärer Vergleich |
22.07. | 17:00 | 23,6 °C | 21,6 °C | 19,6 °C | trocken | regulärer Vergleich |
23.07. | 12:00 | 19,8 °C | 17,8 °C | 16,8 °C | wechselhaft | Referenzmodell |
23.07. | 17:00 | 21,0 °C | 19,0 °C | 18,0 °C | wechselhaft | Referenzmodell |
24.07. | 12:00 | 22,8 °C | 20,8 °C | 19,8 °C | trocken | regulärer Vergleich |
24.07. | 17:00 | 24,5 °C | 22,5 °C | 20,5 °C | trocken | regulärer Vergleich |
25.07. | 12:00 | 28,3 °C | 24,3 °C | 22,3 °C | trocken | regulärer Vergleich |
25.07. | 17:00 | 30,4 °C | 24,4 °C | 22,4 °C | trocken | regulärer Vergleich |
26.07. | 12:00 | 25,8 °C | 23,8 °C | 21,8 °C | wechselhaft | regulärer Vergleich |
26.07. | 17:00 | 26,9 °C | 22,9 °C | 20,9 °C | wechselhaft | regulärer Vergleich |
27.07. | 12:00 | 22,6 °C | 20,6 °C | 19,6 °C | wechselhaft / windig | Wind als Praxisfaktor beachten |
27.07. | 17:00 | 23,7 °C | 21,7 °C | 19,7 °C | wechselhaft / windig | Wind als Praxisfaktor beachten |
28.07. | 12:00 | 25,3 °C | 23,3 °C | 21,3 °C | trocken | regulärer Vergleich |
28.07. | 17:00 | 26,9 °C | 22,9 °C | 20,9 °C | trocken | regulärer Vergleich |
29.07. | 12:00 | 30,9 °C | 24,9 °C | 22,9 °C | trocken | regulärer Vergleich |
29.07. | 17:00 | 33,0 °C | 27,0 °C | 25,0 °C | trocken | regulärer Vergleich; kurzer Schauer erst nach dem Messtermin |
30.07. | 12:00 | 32,8 °C | 26,8 °C | 24,8 °C | trocken / windig | Wind als Praxisfaktor beachten |
30.07. | 17:00 | 35,0 °C | 29,0 °C | 27,0 °C* | trocken, aber windig | kein Regenausfall; Aufdach wegen Wind ggf. zeitweise eingefahren |
31.07. | 12:00 | 31,4 °C | 25,4 °C | 23,4 °C | wechselhaft | regulärer Referenzvergleich |
31.07. | 17:00 | 33,4 °C | 27,4 °C | 25,4 °C | wechselhaft | regulärer Referenzvergleich |
Was zeigt der Vergleich für die Kaufentscheidung?
Die Ergebnisse sprechen nicht dafür, eines der beiden Systeme pauschal als „besser“ zu bezeichnen.
Die Aufdach-Wintergartenmarkise bietet die höhere maximale thermische Leistung. Wer vor allem möglichst viel Sonnenenergie bereits vor der Verglasung abfangen möchte, profitiert von diesem konstruktiven Vorteil.
Die Unterglasmarkise bietet dagegen eine geschützte Montage unter der Verglasung. Tuch, Technik und Führung sind weniger unmittelbar der Witterung ausgesetzt. Vor allem die geringere direkte Windexposition kann im Alltag relevant sein.
Entscheidend ist daher nicht nur:
„Welche Markise kühlt stärker?“
Sondern auch:
„Unter welchen Wetterbedingungen möchte ich meine Markise tatsächlich nutzen?“
Fazit: 1,77 °C thermischer Vorteil – aber Wind gehört zur Gesamtbetrachtung
In unserem modellierten Vergleich erzielt die Aufdach-Wintergartenmarkise über den gesamten Juli bei ausgefahrener Beschattung einen durchschnittlichen thermischen Vorteil von 1,77 °C gegenüber der Unterglasmarkise.
Dieser Vorteil ist realistisch erklärbar: Die außenliegende Beschattung reduziert die Sonneneinstrahlung bereits vor der Verglasung.
Auch das Stoffdesign beeinflusst den Wirkungsgrad der Beschattung
Neben der Position der Markise spielt auch die Auswahl des Markisentuchs eine wichtige Rolle für die tatsächliche Temperaturwirkung. Farbe, Gewebedichte, Reflexionsvermögen und Lichtdurchlässigkeit können den sommerlichen Wärmeschutz deutlich beeinflussen.
Unterglasmarkise: dunklere Stoffe können Vorteile bieten
Bei einer Unterglasmarkise befindet sich das Markisentuch bereits unterhalb der Verglasung. Die Sonnenstrahlung hat das Glas daher zunächst passiert und trifft anschließend auf das Markisentuch.
Hier können dunklere und möglichst dichte Markisenstoffe einen Vorteil haben: Sie lassen in der Regel weniger Sonnenstrahlung durch und schirmen den darunterliegenden Aufenthaltsbereich stärker ab.
Nach unseren Erfahrungs- und Modellwerten kann die Wahl eines entsprechend dunkleren Stoffdesigns die Temperatur unter der Terrassenüberdachung gegenüber einem sehr hellen Tuch unter vergleichbaren Bedingungen nochmals um etwa 2 bis 3 °C reduzieren.
Dieser Wert ist kein allgemeingültiger Produktwert, sondern hängt unter anderem von Stoffqualität, Farbe, Gewebedichte, Verglasung, Luftzirkulation und Sonneneinstrahlung ab.
Aufdachmarkise: hohe Reflexion ist besonders interessant
Bei einer Aufdach-Wintergartenmarkise liegt das Markisentuch dagegen oberhalb der Verglasung.
Hier ist es besonders vorteilhaft, möglichst viel Sonnenenergie bereits an der Außenseite wieder zurückzuwerfen. Deshalb können helle beziehungsweise besonders stark reflektierende Stoffoberflächen thermisch interessant sein: Sie reflektieren einen größeren Teil der auftreffenden Sonnenstrahlung und erwärmen sich selbst weniger stark.
Allerdings gilt auch hier: Die sichtbare Farbe allein ist kein zuverlässiger Maßstab für den Wärmeschutz. Ein technisch optimiertes Gewebe kann trotz dunklerer Farbe sehr gute solare Kennwerte besitzen. Entscheidend sind letztlich die vom Stoffhersteller angegebenen Werte für solare Reflexion, Absorption und Transmission.
Die optimale Stoffwahl hängt deshalb von der Einbausituation ab
Für die Auswahl des Markisentuchs sollte deshalb nicht ausschließlich nach der gewünschten Optik entschieden werden.
Als Orientierung gilt:
Unterglasmarkise: Ein dunkleres, dichtes Tuch kann die direkte Strahlung unter dem Glas besonders wirksam reduzieren.
Aufdachmarkise: Ein helles beziehungsweise stark reflektierendes Tuch kann helfen, möglichst viel Sonnenenergie bereits oberhalb der Verglasung zurückzuweisen.
Damit lässt sich der Wirkungsgrad beider Beschattungssysteme durch die richtige Stoffauswahl nochmals gezielt optimieren.
Gerade bei einer Unterglasmarkise ist dieser Punkt interessant: Der konstruktiv geringere thermische Wirkungsgrad gegenüber einer außenliegenden Beschattung kann durch ein entsprechend ausgewähltes, dunkleres und dichtes Markisentuch teilweise kompensiert werden.
Sie planen eine Unterglasmarkise für Ihre Terrassenüberdachung?
Informieren Sie sich über unsere Unterglas- und Unterdachmarkisen nach Maß und finden Sie die passende Beschattung für Ihre Terrassenüberdachnung. → Unterglasmarkisen ansehen und konfigurieren
Hinweis / Disclaimer zur Messreihe
Die in diesem Beitrag dargestellten Temperaturwerte und Vergleichsergebnisse dienen der Veranschaulichung der unterschiedlichen Wirkungsweise von Unterglasmarkisen und Aufdach-Wintergartenmarkisen.
Die Werte stellen keine wissenschaftlich kontrollierte Vor-Ort-Messung und keine verbindliche Leistungsangabe für ein bestimmtes Markisenprodukt dar.
Die tatsächlich erreichbare Temperaturreduzierung kann in der Praxis deutlich abweichen. Einfluss haben unter anderem:
Standort und Höhenlage
Ausrichtung der Terrassenüberdachung
Sonneneinstrahlung und Sonnenstand
Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit
Windgeschwindigkeit und Windrichtung
Luftzirkulation unter der Überdachung
Größe und Bauart der Terrassenüberdachung
Art und Stärke der Verglasung
Farbe, Gewebedichte und technische Eigenschaften des Markisentuchs
Abstand zwischen Markise und Verglasung
Verschattung durch Gebäude, Bäume oder andere Umgebungsfaktoren
Dauer und Zeitpunkt der Nutzung der Markise
Messposition und verwendete Messtechnik
Die genannten Temperaturdifferenzen und Wirkungsgrade sind daher als Orientierungs- und Vergleichswerte zu verstehen. Aus ihnen kann keine Garantie für eine bestimmte Temperaturreduzierung oder einen konkreten Wirkungsgrad an einem individuellen Standort abgeleitet werden.
Für die zulässige Nutzung einer Markise bei Wind sind ausschließlich die technischen Vorgaben, Windwiderstandsklassen und Herstellerangaben des jeweiligen Markisensystems maßgeblich.




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